Marienkapelle Tradigist

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Marienkapelle Tradigist

Die Entstehung der Marienkapelle in Tradigist ist in ihrer Form sicher einzigartig: Nach der Errichtung der Volksschule im Jahr 1893 war es der Bevölkerung ein großes Anliegen, ein eigenes Gotteshaus zu errichten, um die langen Fußmärsche zu den Pfarrkirchen in Kirchberg, Rabenstein oder Eschenau zu vermeiden.

Am 4. Februar 1894 gründete der damalige Schulleiter Paul Heiß, ein gebürtiger Tiroler, ein Kapellenkomitee. Trotz der wirtschaftlich schwierigen Zeit fanden sich engagierte Gemeindebürger, die das Projekt unterstützten. Alteingesessene Bauernfamilien wie Hirschsteiner, Kirchner und Kaiser griffen den Plan eines Melker Baumeisters auf und begannen mit dem Bau. Der Bauplatz wurde von Herrn Kirchner kostenlos zur Verfügung gestellt. Mit großem persönlichen Einsatz und unter schwierigen Bedingungen wurde ein rund 100 Personen fassendes Gotteshaus errichtet.

Am 27. Juni 1897 wurde die Marienkapelle schließlich durch Bischof Johannes Rößler geweiht.
In den folgenden Jahrzehnten wurde die Kapelle mehrfach erweitert und saniert:

  • 1953 wurde ein neues Baukomitee gegründet, das sich für die Errichtung eines Kirchturms sowie für Renovierungsarbeiten einsetzte. Die Einweihung der erweiterten Kapelle erfolgte am 29. August 1954.
  • 1964 konnten im Rahmen einer Feldmesse neue Stahlgussglocken geweiht werden.
  • 1979 schuf der aus Tradigist stammende Tischlermeister Leopold Gansch den Volksaltar und das Lektorenpult.
  • 1997 erfolgte anlässlich des 100-jährigen Bestehens eine umfassende Innen- und Außenrenovierung. Den Festgottesdienst zelebrierte der aus Rabenstein stammende Kardinal Dr. Franz König.
  • 2010 wurde das Dach der Kapelle mit großem ehrenamtlichem Einsatz saniert.

Ein besonderes Detail: Im barockisierten Hochaltar der Kapelle steht eine kleine Marienstatue – ein Zeichen dafür, dass das Gotteshaus der Muttergottes geweiht ist. Im Tabernakel wurde 1986 ein Dokument gefunden, das darauf hinweist, dass im Altar ein Holzpartikel des Kreuzstammes Jesu eingemauert sein könnte.

Seit jeher bemüht sich die Kirchengemeinschaft der Marienkapelle Tradigist um die Erhaltung und Pflege des Gotteshauses, das unter Denkmalschutz steht. Im Jahr 2015 wurde die Kapelle von der Gemeinde Rabenstein an den Verein übergeben. Seither wird sie nicht nur als bedeutendes Bauwerk bewahrt, sondern ist auch lebendiger Bestandteil des kirchlichen Lebens in Tradigist.

Regelmäßig finden Messen und Wortgottesfeiern statt, ebenso wie kirchliche Feiern wie Erstkommunion, Taufen, Hochzeiten und die traditionelle Florianifeier. Ein Höhepunkt des Jahres ist das Kirchweihfest im Juni, das fest im Dorfleben verankert ist.

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Marienkapelle



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Aktuelle Hl. Messen
Jeden 1. und 2. Sonntag im Monat, sowie an jedem 2. Feiertag der kirchlichen Hochfeste (Ostermontag, Pfingstmontag, Stefanitag), wird in der Marienkapelle die Hl. Messe gefeiert. Ein Höhepunkt ist jedes Jahr das Kirchweihfest.

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